Marit Schalk – Links vom Kirschbaum

Ich durfte das neue Buch von Marit als Reziexemplar kennenlernen. Noch nie ist mir eine Rezi so schwer gefallen…eigentlich liebe ich diese Art Romance mit viel Tiefgang. Doch leider konnte mich diese Geschichte nicht vollständig überzeugen.

🍃Meine Rezension🍃

Buchdetails 📋

Erschienen am: 31.03.2022

Seiten: 437

Hörbuch: Nein

Format: ebook/Print

KU: Nein

SP/Verlag: BoD

Klappentext 📖

Mokita
Ein Mokita ist eine Wahrheit,
die jeder kennt, aber keiner ausspricht.

Ellis erbt das Haus ihrer Oma mit dem alten Kirschbaum im Garten und kehrt in das kleine Dorf im Westerwald zurück, in dem sie aufgewachsen ist, nicht ahnend, dass dies ihr bisheriges Leben gehörig auf den Kopf stellen wird:
Alte Fotos enthüllen ein lang gehütetes Familiengeheimnis und bringen nach und nach sicher geglaubte Tatsachen ins Wanken. Begegnungen mit Nachbar Alfons lassen weitere vermeintliche Gewissheiten bröckeln. Und dann ist da auf der anderen Seite des Kirschbaums auch noch ihr ehemaliger Schulfreund Carsten. Seine Anwesenheit verwirrt Ellis zusätzlich und lässt sie am Ende erkennen, dass es manchmal eine entscheidende Rolle spielt, von welcher Seite des Kirschbaums man die Welt betrachtet.

🦉🦉🦉

Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext oder ggf Leseprobe

Ich bin durch Zufall auf das Buch aufmerksam geworden. Das Cover hat mich sofort angesprochen und auch der Klappentext. Leider konnte mich die Geschichte nicht vollständig überzeugen.

Der Schreibstil ist flüssig und bildlich, es wird zudem aus Ellis Sicht und in der ICH-Form erzählt. Trotzdem konnte ich mich nicht in die Geschichte einfinden. Ich hab mich wirklich bis zur Hälfte des Buches halbwegs durchgequält und auch nur, weil ich endlich wissen wollte, in welche Richtung die Geschichte letztendlich geht, hab ich nicht abgebrochen. Ab der Hälfte des Buches hat die Geschichte dann eine rapide Wendung genommen und es wurde spannender.

An sich ist die Themenvielfalt im Buch wahnsinnig interessant und auch das Thema rund um den Kinderwunsch von Ellis und Sebastian ist sehr gut ausgearbeitet.
Das Thema, womit die ganze Geschichte anfängt, nämlich die Mokita gefiel mir an sich auch sehr gut. Denn im Laufe der Geschichte bzw ab der Hälfte des Buches erfährt man endlich mehr aus der Vergangenheit, man erfährt von Geheimnissen und auch, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
Eine Geschichte über Vorurteile, Geheimnisse, voller Trauer und Zuversicht, über Ängste und Verlust. Aber auch über den Mut, sich einer neuen Zukunft zu stellen. Diese Mischung ist wirklich gelungen, doch leider kamen bei mir einfach die Emotionen nicht rüber und es hat mich gestört, dass es sich so gezogen hat und wirklich ab der Hälfte der Geschichte es zu einem zu großen Input kam. Es kam alles so gebündelt ans Licht, das hätte ich mir mehr über die gesamte Geschichte verteilt gewünscht. Grade bez des Nachbarschaftkrieges, der ja wirklich von Anfang an Thema ist.

Was mich aber wirklich gestört hat und damit einfach die Geschichte für mich nicht perfekt gemacht hat, war Ellis. Ellis hat mich wirklich irgendwann wahnsinnig aggressiv gemacht. Sie war für mich stellenweise zu überspitzt, grade in ihrem Hass und ihren Vorurteilen gegenüber den Krämers, ihre sagenhafte Arroganz. Stellenweise, grade was diese Vorurteile angeht, hatte ich nicht das Gefühl eine junge Frau vor mir zu haben, sondern eine biestige, alte Frau. Zumal sie selbst ja gar keine Probleme mit den Krämers hat. Irgendwie war es für mich eine falsch verstandene Solidarität zur Oma und das hat irgendwie den ganzen Lesefluss für mich gestört.
Dann im Gegensatz dazu dieses naive und passive Verhalten bei Sebastian zuhause, wo sie sich alles gefallen lässt und nicht aufmuckt. Das passte für mich nicht zusammen.
Ich konnte sie einfach nicht greifen, irgendwie war ihre eigene Persönlichkeit nicht sichtbar, entweder beeinflusst von Sebastian oder ihrer verstorbenen Oma und dadurch kamen bei mir einfach auch die Emotionen nicht rüber, obwohl es so emotionale Themen sind. Erst ab Mitte des Buches wird es etwas besser mit ihr und sie fängt an zu hinterfragen und wird selbstbewusster, trotzdem wusste ich bis Ende nicht, welches die „echte“ Ellis ist.

Sebastian, noch nie so ein Ekelpaket erlebt ;)) zu ihm und seiner Mutter passte die Charaktereigenschaft einfach. Die Beiden waren für mich total authentisch. Grade wenn man später auch erfährt, warum Sebastian so ist. Seine Entwicklung, die später nur nebenbei läuft, fand ich allerdings sehr interessant.

Alfons und Carsten sind mir echt ans Herz gewachsen. Grade Alfons, bei ihm kamen wirklich Emotionen rüber und beide sind so sympathisch, authentisch.

Es ist schade, da es von der Handlung her eine tolle Geschichte ist. Durch Ellis als Charakter und auch, dass es sich am Anfang so sehr zieht und es einfach nicht erkennbar ist, wohin die Reise geht, wurde mir die Geschichte etwas verleidet.

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