Jou F. Hall – Rescue Me: Bis in alle Ewigkeit

Ich durfte das Debüt von Jou als Reziexemplar kennenlernen ❤ Ich bin immer noch absolut geflasht und das ist definitiv eins meiner Jahreshighlights ❤

🍃Meine Rezension🍃

Buchdetails 📋

Erschienen am: 25.01.2022

Seiten: 274

Hörbuch: Nein

Format: ebook

KU: Nein

SP/Verlag: BookRix

Klappentext 📖

Salem 1692: Nach einer Totgeburt gerät die mutige Hebamme Freya ins Visier eines rachsüchtigen Hexenjägers. Im jungen Reverend Balthasar Asburry findet sie nicht nur einen Verbündeten, sondern auch die Liebe ihres Lebens. Doch ein Kampf ums reine Überleben beginnt.

Dover 2005: Ella, Anwältin für Frauenrechte, führt ein glückliches Leben mit Zane, der das Frauenhaus leitet, aus dem Ellas aktueller Fall kommt. Sie vertritt eine Mutter, die ihr eigenes Baby ermordet haben soll. Alle vorliegenden Beweise sprechen gegen ihre Mandantin, doch Ella glaubt an deren Unschuld und setzt alles daran, diese zu beweisen.

Der Fall stellt nicht nur ihre Beziehung auf eine harte Probe, sondern löst bei Ella auch mysteriöse Albträume und Sinnestäuschungen aus. Sie begibt sich auf eine Reise zu sich selbst und muss sich der Wahrheit um ihre Liebe stellen.

🦉🦉🦉🦉🦉

Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext oder ggf Leseprobe

Ich bin durch Zufall auf die Autorin und ihr Debüt aufmerksam geworden. Das wunderschöne Cover allein hat mich schon neugierig gemacht und der Klappentext gab dann den Ausschlag! Ich habe es nicht bereut…was für ein gelungenes Debüt!

Der Schreibstil ist einmalig. Wahnsinnig bildlich, mit einer ganz eigenen Art und Weise spielt die Autorin mit den Wörtern, zauberte mir ein irres Kopfkino, hat mich eine Achterbahnfahrt an Emotionen durchleben lassen und ist trotzdem gradlinig und schnörkellos im Schreibstil…sagenhaft! Ich hatte dermaßen Gänsehaut zwischendurch und stellenweise einen totalen Overkill an Emotionen. Da waren im Wechsel Heulen, Lachen, Fluchen und eine ständige unterschwellige Anspannung und ja, Angst…
Es wird abwechselnd aus Ellas und Zanes Sicht erzählt und dann abwechselnd aus Freyas und Balthasars Sicht. Zu jedem Zeitpunkt ist ersichtlich in welchem Jahr und an welchem Ort man sich als Leser befindet, da die Titel so benannt sind.

Das ist eins der Bücher, wo ich beim Lesen nicht weiß, langsam lesen, damit es bloß nicht endet oder ganz schnell, damit ich endlich weiß, wie es ausgeht….ein Hinweis…Das Ende vorlesen hilft euch hier nicht weiter…;))

Die Handlung ist sehr gut durchdacht! Es sind im Grunde zwei Geschichten in einer, die am Ende dann zu einem wunderschönen und unbeschreiblichen Gesamtbild zusammenlaufen. Ich hatte anfangs noch gar keine richtige Ahnung, in welche Richtung die Geschichte geht und war sehr gespannt, wie beide Geschichten miteinander zusammenhängen. Sehr gut ausgearbeitet und recherchiert ist hier auch der geschichtliche Aspekt und auch, dass die Wortwahl in den Kapiteln von Freya und Balthasar der Zeit angepasst ist. Auch sehr gut dargestellt, wie das Leben zu der Zeit war, mit all seinen Hürden und Schwierigkeiten. Man merkt, wieviel Recherche hier drin steckt.

Eine Geschichte voller Tiefe. Über Liebe, Vertrauen, Zusammenhalt, über bedingungslose Loyalität, über Freundschaft, Trauer und Verlust, aber auch über Verrat, Hass und Wahn. Über den Mut sich der Vergangenheit zu stellen und dem Mut sich der Gegenwart zu stellen, um eine Zukunft zu haben…

Mir gefiel der Genremix hier wahnsinnig gut:

  • Zum einen die Liebesgeschichte von Ella und Zane und dann die von Freya und Balthasar.
    Beide so unterschiedlich, voller Leidenschaft, tiefer Verbundenheit und bedingungslosen Vertrauen.
    Mir gefiel grade bei Ella und Zane, dass es hier keine künstliche extra Dramatik gab. Es ist absolut authentisch und nachvollziehbar, warum es zu Problemen kam und auch der Weg damit umzugehen, war absolut authentisch.
    Bei Freya und Balthasar hat auch nochmal der Aspekt der Zeit, in welchem Jahr es spielt, eine große Bedeutung…Eine Liebe zwischen Reverend und Magd…
    Beide Liebesgeschichten gingen mir so sehr ans Herz.
  • Dann der Crimeanteil, der sich auch in beiden Epochen abspielt. In der Zeit von Ella und Zane mit Ellas Fall um Sue Lancaster. Ich war hier so oft auf der falschen Spur und war über manch Wendung mehr als überrascht. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, hier laufen verschiedene Anhaltspunkte paralell und sorgen für manche Überraschung. Doch der Fall wird lückenlos und nachvollziehbar geklärt. In der Epoche ist es Arthur Thurgood, der für den Crimeanteil sorgt und für mich der stärkste war. Hier hatte ich dauer Gänsehaut und eine ständige unterschwellige Panik…Ich hab überall und in jedem den Feind gesehen und mich in meinem Verfolgungswahn mit Freya und Balthasar zusammen verzettelt. Aber auch hier wird das warum und wie lückenlos und nachvollziehbar aufgeklärt, ging mir aber auch so sehr an die Nieren.
    Was bei beiden Fällen sehr interessant war, war der Hintergrund…hier zeigt sich, wozu „Liebe“ imstande ist….wahrlich über Leichen gehen…aber auch was der religiöse Wahn anstellen kann und wie schnell so aus Freunden Feinde werden….
  • Zum Schluß der mystische Aspekt der Geschichte. Der war in erster Linie in Ella und Zanes Part und hat für so manche Gänsehaut gesorgt. Mir gefiel hier die Szene mit Dr. Brewster :)) Doch irgendwie hat mich grade dieser Aspekt sehr berührt und auch nachdenklich gemacht…wie auch hier in der Geschichte, bin ich der Meinung, dass es mehr zwischen Himmel und Erde und nach dem Tod gibt…wahnsinnig gut ausgearbeitet und perfekt in die Geschichte eingebunden.

Die Charaktere sind einzigartig! Wahnsinnig viel Tiefe, facettenreich und einfach authentisch und sympathisch.

Grade Martha und Gwen haben es mir sehr angetan.

Aber auch Arthur, mein neuster Lieblings Feind Charakter, ist in seiner verrückten, bösartigen Art und Weise genial dargestellt! Sein ganzes Verhalten und Denken ist so verrückt, aber warum er so geworden ist, ging mir nah. Freya, die noch an das Gute in ihm glauben wollte…

Doch auch Lynn war so wandelbar und hat mich am meisten überrascht. Genial verrückt…

Ella und Zane gefielen mir einfach nur wahnsinnig gut. Ihr liebevolles Miteinander, ihre besondere Verbindung war so greifbar, aber auch ihre Verzweiflung und die Angst um den jeweils anderen.

Freya war so sympathisch, so liebevoll, ihre taffe, starke Art als Frau zu der Zeit hat mir sehr imponiert, ihr rationales Denken, was sie mit Ella gemein hat, ihr Mut sich dem Übel zu stellen, um ihre Liebsten zu schützen – man muss sie einfach mögen.

Balthasar, ihn muss man mögen. Ehrlich, liebevoll und kämpft für sich und den richtigen Glauben und Weg.

Ganz klare Leseempfehlung ❤

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